Hamburg, den 25.04.2012. Bei der Einweisung in stationäre Einrichtungen in Notfallsituationen kann es vorkommen, dass notwendige Dokumente dem Patienten nicht mitgegeben werden. Die stationäre Einrichtung erfährt nicht oder nicht schnell genug, welche Besonderheiten der Pflege zu berücksichtigen sind. Am Wochenende kann die Übermittlung der erforderlichen Daten je nach Inhalt des Pflegevertrags bis zu drei Tage in Anspruch nehmen, z. B. weil der Pflegedienst in der Aufregung gar nicht über die stationäre Einweisung informiert wurde.
 
Diese Informationslücke schließt „Der Blaue Helfer“ – ein Notfall-Pflegepass im Format des Fahrzeugscheins, entwickelt von der Deutschen Dekubitus Liga e.V. (ddl) unterstützt vom Deutschen Pflegeverband e.V. (DPV) als Kooperationspartner.

Übersichtlich gegliedert enthält der Blaue Helfer die Rubriken

- Persönliche Daten,
- Daten der Ansprechpartner für den Notfall,
- Pflegestufe, Behinderungen, Hilfen,
- Hautzustand, Hautpflege – hier sind u.a. auch Dekubitus, Ulcus cruris und Diabetisches Fußsyndrom sowie  Wundverbände aufgeführt,
- Grunderkrankungen gemäß Einweisung, Anamnese, Information zur Kurzzeitpflege sowie Name und Anschrift des Hausarztes (dessen Stempel),
- Dauermedikation sowie
- Erklärungen zum Einverständnis der Eintragungen im Pflegepass, das jederzeit widerrufen werden kann, und solche, die sich auf die Maßnahmen für den Fall einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit beziehen, z. B. Unterlassung lebenserhaltender Maßnahmen, d. h. einen wesentlichen Teil der Patientenverfügung, auf die gesondert hingewiesen wird.  

 
Die Rubrik „Im Notfall bitte informieren“ enthält ein Feld „Überreicht durch“ für den Stempel des Ausstellers des Blauen Helfers, z. B. Pflegedienst, Senioreneinrichtung, der Versorger mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus oder auch der Sanitätsfachhandel. Dort, wo keine freien Eintragungen notwendig sind, kann der Träger/Aussteller des Blauen Helfers das zutreffende Stichwort ankreuzen.
 
Kritiker werden rügen, dass Hinweise zu bestimmten Erkrankungen, wie z. B. Demenz, fehlen. Diese Probleme sind Fragen der ärztlichen Anamnese und Einweisungsdiagnose. Sie ergeben sich also aus dem entsprechenden Dokument und müssen nicht doppelt aufgeführt werden.
 
Der Blaue Helfer ist im Grunde genommen ein Pflegeüberleitungsbogen im Kleinformat und gibt in der Notfallsituation ein komplettes Bild über den aktuellen Pflegebedarf des Patienten. Er sollte allerdings aktualisiert werden, wenn sich der Zustand ändert. Das kann der Betroffene, ein Angehöriger, der Hausarzt oder auch der Pflegedienst übernehmen.
 
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