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175 Jahre Behr's Verlag

Ging man in Berlin die Straße „Unter den Linden“ entlang, und zwar auf der linken Straßenseite in Richtung Brandenburger Tor, stieß man auf die „Kleine Passage“. Hier wurde der Behr’s Verlag 1835 gegründet. Das erste erschienene Verlagswerke hatte einen hochbrisanten Anlass – die Cholera in Berlin im Jahr 1837. Verfasser des Werkes war Dr. Hans Ferdinand von Arnim, der sich mit dem Thema „Wie hat man sich bei der jetzt (1837) hier herrschenden Cholera-Epidemie zu verhalten?“ befasste.
Nach dem Ausscheiden des Gründers Dr. Bernhard Behr erlebte der Verlag häufige Besitzerwechsel, die zu unterschiedlichsten Programmen führten. Ende des 19. Jahrhunderts wurden englische Theaterstücke und moderne Sprachführer verlegt und um die Jahrhundertwende konzentrierte sich der Verlag stark auf die deutsche Literatur. 1915 erschien u. a. „Vom Kriege“ von General von Clausewitz im Behr’s Verlag.
Das erste im Behr's Verlag erschienene Buch: "Cholera Epidemie", Berlin 1837
"General von Clausewitz", 1915 Autor beim Behr's Verlag
"Vom Kriege", General von Clausewitz, Berlin 1915 erschienen im Behr's Verlag
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verlag von Rolf Kadach und Dr. Rudolph Tetzlaff in Wiesbaden wieder eröffnet und der Grundstein für die Ausrichtung in das Lebensmittelwesen gelegt. In dieser Zeit wurde die bis heute erfolgreiche Basis im Bereich Lebensmittel mit den Zeitschriften „Die Ernährungswirtschaft“ (1954), „Der Industriebackmeister“ (1956) und „Der Marktforscher“ (1957) geschaffen.
Die erfolgreiche Verlagsentwicklung wurde ab 1960 durch die Familie Benecke fortgeführt. Verleger Werner Benecke, der seit 1952 im Bereich der Süßwarenindustrie erfolgreich tätig war, übernahm mit seiner Familie 1960 den Behr’s Verlag. Der Hauptsitz des Verlages wurde in die Averhoffstraße in Hamburg verlegt. Nach dem Ableben der Eltern übernahm 1966 der junge Dieter Benecke den Verlag. Er führte diesen von einem Fachzeitschriftenverlag für die Ernährungswirtschaft zum Wissensdienstleister für die Bereiche „Lebensmittel“, „Gemeinschaftsverpflegung“ und „Gesundheit“.
Dieter Benecke ist heute Gesellschafter mit 51 %. 1998 kam ein Partner dazu: Die WEKA-Gruppe übernahm 49 % der Gesellschaftsanteile. 2006 erwarb der Deutsche Apotheker Verlag die Anteile von WEKA. Eine sinnvolle Verstärkung. So reicht das Themengebiet der Gruppe von Lebensmitteln über Pharmazeutika bis zum Gesundheitswesen.