In sozialen Medien verbreiten sich Fehl- und Desinformationen zu Ernährung rasant und erreichen vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Das europäische Verbundprojekt „FOOD-FRAMES“ untersucht nun, wie stark junge Menschen in Europa solchen Inhalten ausgesetzt sind, wie sie damit umgehen und welche Folgen dies für ihre Ernährung und psychische Gesundheit hat.
Der Lehrstuhl für Public Health Nutrition von Prof. Dr. med. Peter Philipsborn an der Universität Bayreuth erhält dafür mehr als 220.000 Euro vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Das Projekt am Campus Kulmbach ist Teil des bis 2029 laufenden Projektes FOOD-FRAMES, das mit insgesamt 2,6 Millionen Euro gefördert wird.
Im Projekt FOOD-FRAMES bündeln zehn Partnerinstitutionen aus sieben Ländern ihre Expertise aus Psychologie, Ernährungswissenschaft, Public Health, Rechtswissenschaft, Ökonomie sowie Medien- und Politikforschung. Ziel ist es, eine sogenannte Ernährungsinformationsumgebung zu gestalten, die gesunde und nachhaltige Ernährung in ganz Europa unterstützt, etwa durch politische Empfehlungen und rechtliche Rahmenbedingungen, die irreführendem Marketing sowie Fehl- und Desinformation entgegenwirken.
Das Team um Prof. Dr. med. Peter von Philipsborn, Lehrstuhlinhaber für Public Health Nutrition, leitet am Campus Kulmbach eine sogenannte Photovoice-Studie: Dabei dokumentieren junge Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland, Österreich und den Niederlanden mit eigenen Fotos, wie sie die digitale Ernährungsumgebung erleben und wahrnehmen. Ergänzend führt das Bayreuther Team eine Interviewstudie mit Ernährungs-Influencerinnen und -Influencern durch, um deren Motivation, Erfahrungen und vertragliche Rahmenbedingungen sowie ihre Perspektiven auf eine bessere Regulierung zu erfassen. Darüber hinaus setzt die Universität Bayreuth Apps ein, um zu untersuchen, wie stark Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren Marketing für ungesunde Lebensmittel ausgesetzt sind. Das Bayreuther Team wirkt zudem an einer systematischen Übersichtsarbeit sowie einer internationalen Delphi-Studie mit, in denen wirksame Maßnahmen gegen ernährungsbezogene Fehl- und Desinformation identifiziert werden sollen.
Quelle: Pressemitteilung Universität Bayreuth vom 20.07.2026