Die aktuellen HACCP-News
Kritik an neuer US-Ernährungspyramide
Die US-Regierung hat am 07.01.2026 eine neue Ernährungsrichtlinie veröffentlicht, die mit einer auf den Kopf gestellten Pyramide veranschaulicht wird. Seither findet eine kontroverse Diskussion über die gesetzten Schwerpunkte statt.
Produktion von Fertiggerichten steigt
Ob Tiefkühlpizza oder Dosenravioli: In Deutschland werden immer mehr Fertiggerichte produziert. Im Jahr 2024 wurden 1,7 Millionen Tiefkühlpizzen, Lasagnen und Ähnliches hergestellt - 25,6 Prozent mehr als im Jahr 2019, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt.
Leberwurst untersucht
Das CVUA Stuttgart untersuchte in den Jahren 2022 bis 2025 40 Hausmacher Leberwurst Proben grobsinnlich und histologisch und beurteilte auch die Kennzeichnung. Die Proben waren zuvor aus Metzgereien oder Lebensmitteleinzelhandelsgeschäften in loser oder vorverpackter Angebotsform entnommen worden.
Diskussion um hohe Lebensmittelpreise
Auf Grund der hohen Inflation in Österreich von zuletzt knapp 4 Prozent plant die Regierung eine Senkung der Mehrwertsteuer auf viele Lebensmittel von 10 Prozent auf knapp unter 5 Prozent. Die Maßnahme soll ab Juli 2026 gelten und durch eine Gebühr auf Pakete aus Drittstaaten und neue Abgaben auf Plastikverpackungen .
Hähnchenbrustfilet: Über die Hälfte mit antibiotikaresistenten Keimen belastet
Öko-Test hat für die Januar-Ausgabe 23 Hähnchenbrustfilet-Marken auf antibiotikaresistente Keime testen lassen. Zwölf der geprüften Produkte stammten von Tieren aus ökologischer Haltung, der Rest von Tieren aus konventioneller Haltung.
Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gehen zurück
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die aktuelle „Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2024“ veröffentlicht. Sie bestätigt erneut das insgesamt niedrige Niveau von Pflanzenschutzmittelrückständen bei den in Deutschland untersuchten Lebensmitteln.
Matcha – Bericht vom CVUA Stuttgart
Matcha gilt als hochwertiger Grüntee mit langer Tradition und wachsender Beliebtheit. Da bei Matcha das gesamte, fein vermahlene Teeblatt konsumiert wird, unterscheidet sich seine Bewertung aus lebensmittelchemischer Sicht deutlich von der klassischer Aufguss-Tees. Ein aktuelles Untersuchungsprojekt des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart (CVUA) und hat deshalb Matcha-Proben aus dem Handel auf Pflanzenschutzmittelrückstände und Kontaminanten analysiert. Im Ergebnis zeigt es, wie wichtig Herkunft und Anbauweise sind.
Weizengeschirr kann Gluten auf Lebensmittel übertragen
Eine neue Studie, die im Dezember 2025 in der Fachzeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht wurde, warnt vor einer unerwarteten Gefahr: Biologisch abbaubaren Geschirr kann Gluten an Lebensmittel abgeben und so Menschen mit Zöliakie oder Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität gefährden.
Pflanzenschutzmittelrückstände: neue Regeln ab 2027
Die Europäische Union plant die Methoden zur Probenahme und Analyse von Lebensmitteln sowie die Regeln zur Interpretation der Ergebnisse offizieller Kontrollmaßnahmen weiter zu harmonisieren. Am 4. Dezember 2025 wurde eine überarbeitete Version des Vorschlags für eine entsprechende Durchführungsverordnung veröffentlicht, die ab dem 1. Januar 2027 gelten soll. Zuvor wurde der Entwurf vom Ständigen Ausschuss der Kommission erneut diskutiert und schließlich angenommen.
Genmodifizierte Pflanzenvariante zeigt sich trockenheitsresistent und verspricht höhere Ernten
Einen bedeutenden Durchbruch beim Kampf gegen den Hunger in der Welt hat ein internationales Team unter Leitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gemacht.
Darf beim Mindesthaltbarkeitsdatum eines Joghurts die Jahreszahl fehlen?
Die Verbraucherinnen-Anfrage bezieht sich auf einen gekühlten Joghurt, den die Verbraucherin gekauft hat. Sie hat festgestellt, dass die Mindesthaltbarkeit nur mit Tag und Monat angegeben ist, nicht jedoch mit der Jahreszahl. Diese Anfrage landete bei lebensmittelklarheit.de.
EU-Leitlinie: BPA in Materialien mit Lebensmittelkontakt
Bisphenol A (BPA), andere Bisphenole und Bisphenolderivate wurden aufgrund ihrer toxikologischen Eigenschaften in der EU weitgehend verboten. In Lebensmittelkontaktmateralien darf seit Januar 2025 sehr eingeschränkt nur noch BPA eingesetzt werden. Einzelmaßnahmen bleiben auf Antrag möglich. Die Übergangsvorschriften für zu diesem Zeitpunkt bereits fertige Gegenstände laufen noch. Die Details dazu finden sich in der Verordnung (EU) 2024/3190 vom 19. Dezember 2024.
Kichererbsen: Zur Nutzung von Prozesswasser
Die Verwertung von Nebenprodukten aus der Lebensmittelproduktion sowie ein bewussterer Umgang mit Wasser gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine Studiengruppe aus Italien hat dies zum Anlass genommen, die physikalisch-chemischen und schaumbildenden Eigenschaften von Kichererbsen-Kochwasser, das auch Aquafaba (AF) genannt wird, zu untersuchen. Üblicherweise wird dieses als Abfall entsorgt.
Food Fraud vermeiden mit MALDI-UP
In der aktuellen Ausgabe der „Lebensmittelchemie“ beschreiben die Autoren des CVUA Stuttgart die Entwicklung und den heutigen Stellenwert der MALDI-TOF-Massenspektrometrie in der Lebensmittelchemie und Mikrobiologie. Dabei legen sie einen besonderen Fokus auf neuere Anwendungen und den praktischen Nutzen der nutzergetriebenen Plattform MALDI-UP.
Weihnachtliche Gewürze im Fokus des Zentrallabors für den Nachweis der Lebensmittelbestrahlung
Zur Advents- und Weihnachtszeit sind Gewürze wie Zimt, Kardamom, Anis oder Muskatnuss aus der Küche kaum wegzudenken. Auch fertige Mischungen solcher Gewürze erfreuen sich beim Zubereiten leckerer Lebkuchen und Plätzchen in der „Weihnachtsbäckerei“ großer Beliebtheit.
Essen ganz transparent gemacht
Welche Vitamine stecken in Äpfeln? Welcher Fisch enthält am meisten Jod? Über wie viel Ballaststoffe verfügen Erbsen im Vergleich zu Linsen? Wer ganz genau wissen will, was in Lebensmitteln steckt, kann den Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) zu Rate ziehen.
Zur Bedeutung der lebensmittelchemischen Ausbildung
In einem gemeinsamen Positionspapier beschreiben die Lebensmittelchemische Gesellschaft (LChG), der Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst (BLC) sowie der Leitende Apotheker der Bundeswehr die Bedeutung des Universitätsstudiengangs Lebensmittelchemie und des lebensmittelchemischen Staatsexamens für die Landes- und Bündnisverteidigung. Es wird dargelegt, dass diese Ausbildung in Deutschland die fachliche und rechtliche Grundlage dafür schafft, Sanitätsoffiziere Apotheker und staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker mit spezifischer Kompetenz für die Lebensmittel- und Trinkwassersicherheit der Bundeswehr auszubilden.
Nutri-Score zwischen Chancen und Ablehnung
Die Lebensmsittelzeitung (LZ) berichtet über die jüngsten Entwicklungen im Bereich der freiwilligen Nährwertkennzeichnung mittels Nutri-Score. Fünf Jahre nach Einführung diese Bewertungssystems wird der Ruf nach einer einheitlichen, verbindlichen Lösung auf EU-Ebene lauter. Eine im Auftrag von Foodwatch erstellte Studie bescheinigt dem Kennzeichen zwar eine hohe Bekanntheit, aber eine geringe Nutzung. Rund 78 Prozent der Verbraucher kennen das Logo, doch nur etwa 31 Prozent nutzen es regelmäßig für Kaufentscheidungen. Als Gründe nennt die Studie ein mangelndes Verständnis der Bewertungskriterien sowie unzureichende Kommunikation bei Anpassungen des Algorithmus, was das Vertrauen in das System beeinträchtigt.
TÜV SÜD informiert über kakaofreie Schokoladen-Alternativen
Schokolade versüßt uns den Alltag. Neben den kakaohaltigen Originalen gibt es mittlerweile Alternativen, die nach Schokolade schmecken, aber den aktuell teuren Rohstoff Kakao nicht enthalten. Die Bezeichnung Schokolade dürfen sie aber nicht tragen, denn er sei laut Dr. Andreas Daxenberger, Lebensmittelexperte von TÜV SÜD rechtlich an eine definierte Menge von Kakao gebunden.
Trifluoressigsäure: Befunde in Getreide
Trifluoressigsäure (TFA) ist eine sehr persistente und hochmobile Substanz aus der Gruppe der per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS). Sie entsteht sowohl bei industriellen Anwendungen als auch als Abbauprodukt bestimmter fluorierter Wirkstoffe, unter anderem aus Pflanzenschutzmitteln. Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften wird TFA kaum abgebaut, ist gut wasserlöslich und kann von Pflanzen aufgenommen werden, wodurch sie in die Nahrungskette gelangt.
Mycoproteine: EFSA öffnet den Weg für neue Eiweißquelle
Fünf Jahre nach Antragsstellung auf Zulassung als neuartiges Lebensmittel (NF) und drei längeren Clock-Stop-Phasen hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Unbedenklichkeit der Biomasse des Pilzes Rhizomucor pusillus bestätigt.
Smartes Etikett schützt empfindliche Güter
Forschende der Empa, der EPFL und des CSEM haben smarte und «grüne» Sensoretikette entwickelt, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Echtzeit misst – und auch erkennen kann, ob eine Temperaturschwelle überschritten wurde. Damit können in Zukunft empfindliche Lieferungen wie etwa Medikamente oder Lebensmittel überwacht werden. Die elektronischen Etikette selbst sind dabei komplett bioabbaubar.
Salmonellen in Sesamerzeugnissen
Von Sesamprodukten kann ein Risiko für eine Infektion mit Salmonellen ausgehen. Untersuchungen von Proben aus dem Einzelhandel bestätigen diesen Verdacht, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bei der Vorstellung des Zoonosen-Monitorings 2024 mitteilt. In zwei Prozent der untersuchten Proben sind die krankmachenden Keime festgestellt worden.
Shrinkflation - Der österreichische Weg
Auch in Österreich ist das Phänomen zu beobachten, dass Hersteller von Lebensmitteln die Füllmenge ändern, den Preis pro Packung aber belassen. Gegen diese vermeintliche Praxis der Irreführung möchte nun die österreichische Regierung mit nationalen Regelungen entgegentreten.