Die aktuellen HACCP-News
Leitsätze für Speiseeis geändert
Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission hat in ihrer 52. Plenarsitzung am 11. November 2025 die Änderung der "Leitsätze für Speiseeis" beschlossen. Diese wurden am 13.02.2026 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Leitsätze vom 29. November 2016 (BAnz AT 19.12.2016 B4, GMBl 2016 S. 1172), die zuletzt durch die Bekanntmachung vom 20. September 2024 (BAnz AT 17.10.2024 B2, GMBl 40/2024, S. 870–872) geändert worden sind, werden geändert.
Blausäure in Maniokmehl
Maniok (Manihot esculenta) erzeugt stärkereiche Wurzelknollen, ist ursprünglich in Brasilien beheimatet und wird inzwischen in fast 100 Ländern angebaut. Die Jahresproduktion betrug im Jahr 2024 341 Mio. t weltweit, im Vergleich dazu wurden 390 Mio. t Kartoffeln erzeugt.
Etliche Verstöße festgestellt
Im vergangenen Jahr hat die Behörde im Kreis Tübingen 2823 Kontrollen gemacht. Dabei wurden etwa 36 Prozent der Betriebe angeschaut. Die meisten davon, 63 Prozent, wurden routinemäßig überprüft.
Saubere Eier?
Das OVG Lüneburg (13 LA 127/25) hat die Berufung gegen das Verbot von Eiern der Güteklasse A, die nicht den Vermarktungsnormen entsprachen, nicht zugelassen.
In zwei Bescheiden wurde die Vermarktung von knapp 2000 Eierpackungen mit je 6 Eiern verboten, da mehr als 7 % der kontrollierten Eier Schmutz- (Kot, Eiweiß, Federn) und Knickstellen sowie teils nur Staubanhaftungen aufwiesen und damit nicht "sauber" i.S.d Art. 3 lit. a delegierte VO (EU) 2023/2465 waren. Hiergegen klagte der Betrieb.
Das OVG führt aus:
Pflanzlicher Käse aus Reis
Für Veganer und Menschen, die allergisch auf Milchprodukte, Nüsse oder Gluten reagieren, ist Reis eine überraschende Quelle zur Herstellung einer hypoallergenen Käsealternative. Ein weiterer Vorteil ist, dass die im Reis enthaltenen Eiweißquellen als Nebenprodukte bei der Verarbeitung von weißem Reis gelten, was den Wert und die potenzielle Inlandsnachfrage für eine der wichtigsten Kulturpflanzen in Arkansas erhöht, sagt Mahfuzur Rahman, Assistenzprofessor für Lebensmittelwissenschaften an der Arkansas Agricultural Experiment Station.
Tierarzneimittelrückstände in Lebensmitteln
Der jährliche Bericht der EFSA über Rückstände von Tierarzneimitteln in lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen zeigt, dass die amtlichen Grenzwerte auch im Jahr 2024 in hohem Maße eingehalten werden.
Genehmigung und Zulassung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln
Die Kommission hat eine gentechnisch veränderte Zuckerrübe zugelassen und die Zulassung für einen gentechnisch veränderten Mais zur Verwendung in Lebens- und Futtermitteln verlängert, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit in ihrer wissenschaftlichen Bewertung zu dem Schluss gekommen war, dass diese genauso sicher sind wie ihre konventionellen Pendants.
Vorläufige gesundheitsbasierte Referenzwerte für 2-Chlorethanol abgeleitet
2-Chlorethanol (2-CE) ist ein Abbauprodukt des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Ethylenoxid. In der EU ist Ethylenoxid in der Lebensmittelproduktion wegen seiner erbgutschädigenden (gentoxischen) sowie krebserzeugenden (kanzerogenen) Wirkung seit Jahrzehnten verboten. In einigen Ländern außerhalb der EU wird der Wirkstoff allerdings im Lebensmittelbereich weiterhin angewandt, sodass zu hohe Rückstände von Ethylenoxid und seines Abbauprodukts 2-CE gelegentlich auch in Lebensmitteln innerhalb der EU nachgewiesen werden, beispielsweise in Sesamsamen oder Gewürzen.
10 häufige HACCP-Fehler in Lebensmittelbetrieben
Der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands e.V. (BVLK) berichtet auf seiner Internetseite über die 10 häufigsten HACCP-Fehler in Lebensmittelbetrieben. Das HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist das Rückgrat der Lebensmittelsicherheit. Doch in der Praxis schlichen sich oft Fehler ein, die das System gefährden und im schlimmsten Fall zu Lebensmittelkontaminationen oder Bußgeldern führten. Der BVLK nennt Fehler und dazugehörige Lösungsvorschläge.
Rosenwasser analysiert
Rosenwasser wird vor allem in der türkischen und arabischen Küche zur Aromatisierung von Süßwaren, Getränken und Backwaren verwendet, um diesen eine blumige Note zu verleihen. Während vereinzelt synthetische Aromastoffe mit Rosenduft eingesetzt werden, soll bei vielen der angebotenen Rosenwässer laut der Deklaration das Aroma ausschließlich aus Rosen gewonnen worden sein, was viele Verbraucher als Qualitätsmerkmal wahrnehmen.
Geflügel untersucht
In Deutschland werden im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP) jährlich tausende von Proben von Lebensmitteln tierischer Herkunft, aus unterschiedlichen Produktionsstufen, auf Rückstände von pharmakologisch wirksamen Stoffen untersucht.
Bio-Siegel feiert 25-jähriges Jubiläum
Das bekannte Sechseck wird 25 und zeigt, dass Bio mittlerweile in vielen Lebensbereichen eine Rolle spielt. Neben den Klassikern wie Tee oder Gewürzen tragen auch fertige Kichererbsen-Currys und Bienenwachs das Siegel. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat über 112.000 Produkte von mehr als 7.300 Unternehmen in ihrer Datenbank registriert. An erster Stelle stehen die "Heißgetränke" mit fast 18.000 Produkten sowie "Kräuter und Gewürze" mit knapp 13.000.
Allergen- und Zusatzstoffkennzeichnung bei unverpackten Lebensmitteln oft fehlerhaft
Seit über zehn Jahren ist die Kennzeichnung von allergenen Zutaten durch die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) auch bei unverpackter Ware verpflichtend. Vor vier Jahren wurden die erforderlichen Angaben zu Zusatzstoffen mit der Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung (LMZDV) angepasst. Sie sind in gleicher Art und Weise wie die allergenen Zutaten anzugeben. Die Erfahrungen am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart zeigen, dass die Umsetzung in der Praxis für viele Lebensmittelunternehmerinnen und -unternehmer immer noch Schwierigkeiten bereitet. Bei gut einem Viertel der geprüften unverpackten Lebensmittel sei die Allergen- und Zusatzstoffkennzeichnung fehlerhaft.
Honig bleibt Honig
Das Deutsche Patentamt hat das Gebrauchsmuster „Pflanzenbasierte Honigzusammensetzung“ einer US-Firma wenige Monate nach Vergabe aufgrund einer Beschwerde wieder gestrichen. Der Berufsimkerbund sieht bestätigt: Honig ist und bleibt ein Naturprodukt von Bienen. Sein Name darf nicht irreführend für Zucker-Sirupe herhalten.
„Immunkraft“ unzulässig
Eine Unternehmerin produziert und vertreibt Direktsäfte und Fruchtsaftvariationen und bewirbt darunter auch ein Produkt mit der Bezeichnung „bio C Immunkraft“. Auf der Vorderseite des Etiketts wird die Bezeichnung ergänzt mit der Formulierung „mit natürlichem Vitamin C und A“ sowie den Worten „für das Immunsystem“. An dem Begriff „Immunkraft“ ist ein Sternchenhinweis angebracht, der auf die Erläuterung auf der Rückseite des Etiketts verweist, wo es heißt: „Vitamin C und A tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“.
Keimvermehrung vermeiden
Erhitzte Speisen sollten bis zum Verzehr bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius heißgehalten werden, um das Wachstum von gesundheitsgefährdenden Bakterien zu verhindern. Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung in der Gemeinschaftsverpflegung haben gezeigt, dass ...
Standardisiertes Prüfverfahren für Jagdbüchsengeschosse
Die Lebensmittelsicherheit von Wildbret wird am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seit vielen Jahren erforscht, zum Beispiel werden mögliche Gesundheitsrisiken durch mikrobielle Verunreinigungen des Wildfleischs oder durch Kontaminanten aus der Umwelt untersucht.
Öko-Test prüft Studentenfutter
Mit der Überschrift „(Keine) gute Nervennahrung“ berichtet Öko-Test im Heft 02/2026 über die Ergebnisse von 29 Sorten Studentenfutter. Sechs wurden mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet. Als Grund wurden insb. Mineralölbestandteile und Pestizide angegeben.
Sieben Unternehmer für ihre marktreifen Innovationen ausgezeichnet
EIT Food hat die Gewinner seines Innovationspreises (früher bekannt als „Marketed Innovation Prize“) bekannt gegeben, mit dem innovative Lebensmittel-Startups ausgezeichnet werden, deren Produkte oder Dienstleistungen erfolgreich auf den Markt gebracht wurden.
Neues Milchproduktrecht für Deutschland
Das deutsche Milchproduktrecht besteht bislang aus vier separaten Rechtsverordnungen, die die Herstellung und Kennzeichnung von Milchprodukten wie Butter, Käse, Joghurt und Konsummilch regeln. Aufgrund technologischer Entwicklungen und Änderungen im europäischen Recht war eine umfassende Aktualisierung des Milchproduktrechts erforderlich.
Schimmelpilze und Schimmelpilzgifte: Unsichtbare Gefahren in Lebensmitteln
Schimmelpilze wachsen auf organischem Material und produzieren eine Vielzahl chemischer Substanzen. Einige davon sind Mykotoxine: Schimmelpilzgifte, die den Pilzen unter anderem als Schutz vor Fraßfeinden dienen. Beim Menschen können sie akute Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme verursachen – aber auch langfristige Effekte haben wie Leberschäden oder ein erhöhtes Krebsrisiko.
Gelbe Naturfarbstoffe aus Licht und CO2
Bei Lebensmittelfarbstoffen gibt es einen Trend in der Nachfrage, der weggeht von synthetischen Farbstoffen hin zu natürlichen Alternativen. Die Farbstoffgewinnung aus Pflanzen konkurriert jedoch mit der Nahrungsmittelproduktion. Gemeinsam mit der Universität Kopenhagen entwickelten die Wissenschaftler daher ein alternatives Produktionssystem auf Basis von Cyanobakterien. Forschenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist es gelungen, gelbe Naturfarbstoffe aus Kohlendioxid und Lichtenergie herzustellen.
Bericht vom CVUA Sigmaringen zu Mycotoxinen in Wein
Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen berichtet über die Belastung von Wein, Schaumwein und Traubensaft mit Schimmelpilzgiften (Mykotoxinen) und beleuchtet welche Bedeutung solche Befunde für die Lebensmittelsicherheit haben. Grundlage des Berichts bilden die Analysen von insgesamt 109 Wein- und Schaumweinproben sowie 94 Traubensaftproben, die im Zeitraum von 2019 bis Ende 2025 untersucht wurden.
Ochratoxin A (OTA) wurde in weniger als 5 Prozent der Proben von Traubensaft und Wein gefunden. Da in keinem Fall die gesetzlichen Höchstmengen überschritten wurden, kam es zu keiner Beanstandung.
Qualitätskontrolle in der Fermentationsindustrie verbessern
Forscher haben einen lebenden Biosensor aus Bakterien entwickelt, der aufleuchtet, wenn er Essigsäure erkennt, das wichtigste chemische Signal, dass der Wein zu verderben beginnt.