Die Universität Hohenheim bleibt führender Standort der Lebensmittelforschung in Deutschland. Die Förderbilanz des FEI (Forschungskreis der Ernährungsindustrie) für 2025 weist für die Uni Hohenheim mehr als für jede andere beteiligte Forschungseinrichtung aus. Insgesamt entfallen 21 Prozent aller laufenden (Teil-) Projekte auf die Universität Hohenheim, mit einer Fördersumme von fast 10 Millionen Euro. Die Jahrestagung des FEI fand vom 8. bis 10. September 2026 an der Universität Hohenheim in Stuttgart statt.
Um mit Kooperationsprojekten Innovationen und den Transfer von Forschungserkenntnissen in die Praxis zu forcieren, förderte der Forschungskreis der Ernährungsindustrie im Jahr 2025 insgesamt 41 (Teil-)Projekte an der Universität Hohenheim mit einer Gesamtsumme von 9,57 Millionen Euro. Auf Platz zwei folgt die Technische Universität München mit 33 laufenden (Teil-)-Projekten und 8,12 Millionen Euro Fördersumme.
Die besondere Rolle der Universität Hohenheim im FEI-Netzwerk wird auch auf institutioneller Ebene sichtbar. Die diesjährige Jahrestagung fand im September in Hohenheim statt. Damit war der führende Forschungsstandort zugleich Gastgeber des zentralen Treffens von Wissenschaft und Lebensmittelwirtschaft im FEI-Netzwerk.
Die Universität Hohenheim bündelt in ihrem Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie vielfältige Forschungsansätze rund um die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Im Fokus steht die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Rohstoffe und deren Verarbeitung zu Lebensmitteln mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Dabei werden unter anderem die Wechselwirkung zwischen Molekülen, Mikroorganismen, Enzymen und technologischen sowie biotechnologischen Prozessen untersucht. Wie breit dieses Forschungsfeld ist, zeigen verschiedene aktuelle Projekte des Instituts. So beschäftigt sich ein gemeinsames Forschungsvorhaben der Universität Hohenheim und des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) zur Kristallbildung in Rohschinken. Dabei untersuchen die Forschenden, welche Faktoren die Bildung der Kristalle während Trocknung, Reifung und Lagerung beeinflussen und wie sich unerwünschte Ausfällungen vermeiden lassen. Ziel sind praxisnahe Strategien, mit denen Hersteller die Produktqualität sichern und Reklamationen vermeiden können.
In einem anderen Forschungsprojekt wird untersucht, wie künstliche Intelligenz dazu beitragen kann, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Dafür werden digitale Prozessabbilder von Lebensmittel-Produktionsanlagen entwickelt und mit Methoden der künstlichen Intelligenz verknüpft. Dadurch sollen kritische Prozesszustände und mögliche Qualitätsabweichung bereits während der Verarbeitung erkannt werden. So können Fehlchargen und Lebensmittelverluste reduziert, Energie und Wasser eingespart und neue Produkte schneller und ressourcenschonender in die Produktion überführt werden.
Quellen: Pressemitteilung Universität Hohenheim vom 28.09.2026; https://www.fei-bonn.de/gefoerderte- projekte/projektdatenbank/01if22840n.projekt