Die Europäische Kommission hat am 7. Juli ihre lang erwartete Nutztierstrategie vorgestellt und darin ihre Vision für die Zukunft des Tierhaltungssektors formuliert. Darin verpflichtet sich die Kommission, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der unter anderem den schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung sowie ein Ende der Tötung männlicher Küken vorsieht.
Die international tätige Tierschutzorganisation Animal Equality begrüßt die Rückkehr des Tierschutzes auf die legislative Agenda der EU. Sie betont jedoch, dass die eigentliche Bewährungsprobe darin bestehen werde, diese Verpflichtungen unverzüglich in konsequente Gesetze umzusetzen. Denn bereits 2021 habe die Europäische Kommission einen Ausstieg aus der Käfighaltung versprochen, nachdem die europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ von 1,4 Millionen Menschen unterstützt wurde. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag sollte 2023 folgen. Den habe die Kommission jedoch bis heute nicht vorgelegt, weshalb sie wegen ihrer Untätigkeit sogar am Europäischen Gerichtshof angeklagt wurde – das Urteil steht noch aus.
Laut der Strategie beabsichtigt die Kommission, im Jahr 2026 eine gezielte Überarbeitung der EU-Tierschutzvorschriften für Legehennen und Masthühner vorzulegen, die Folgendes umfassen soll:
- die schrittweise Abschaffung von Käfigen;
- die Einführung von Tierschutzindikatoren, anhand derer der tatsächliche Zustand der Tiere in den Betrieben gemessen wird;
- Maßnahmen zur Beendigung des systematischen Tötens männlicher Küken durch Technologien zur Geschlechtsbestimmung im Ei;
- gleichwertige Tierschutzanforderungen für importierte Produkte.
Ein separater Vorschlag zum Tierschutz bei Schweinen wird für 2027 erwartet, der den Übergang von Kastenständen zu Laufstallsystemen, die Einführung von Tierschutzindikatoren und gleichwertige Importstandards umfasst. Die Strategie sieht außerdem Aktualisierungen der Kennzeichnungsvorschriften für Eier vor, um Verbrauchende über den Ausstieg aus der Tötung männlicher Küken zu informieren, und kündigt weitere Überarbeitungen zum Transport und Export von sogenannten Schlachttieren an.
Quelle: Pressemitteilung Animal Equality Germany e.V. vom 08.07.2026