Die aktuellen HACCP-News
KI und Digitalisierung für mehr Lebensmittelsicherheit
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) treibt die digitale Transformation der Lebensmittelüberwachung massiv voran. Künstliche Intelligenz und automatisierte Kontrollsysteme sollen künftig Risiken in der globalen Lieferkette frühzeitig erkennen – noch bevor sie beim Verbraucher landen.
Glycerin in Getränken
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte kürzlich eine Bewertung der akuten Glycerinaufnahme (Zusatzstoff E 422) in Slush-Eis-Getränken und alkoholfreiem Wein bei Europäern. Die Bewertung ergab, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene die akute Referenzdosis (ARfD) für Glycerin durch den Konsum einer einzigen Portion eines der beiden Getränke überschreiten würden.
Wenig Beanstandungen bei Bieren aus Kleinstbrauereien
Kleinstbrauereien spielen als Träger regionaler Identität eine besondere Rolle auf dem deutschen und speziell dem bayerischen Biermarkt. Im Rahmen eines noch bis Ende 2026 laufenden Untersuchungsschwerpunktes hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bislang (Stand Anfang April 2026) 86 Proben Bier aus 44 Kleinstbrauereien untersucht.
Was ist Brezelsalz?
Die Redaktion des Portals Lebensmittelklarheit erhielt eine Anfrage zum „Brezelsalz“, das bei Tiefkühl-Brezeln üblicherweise in der Packung zu finden ist. Ein Verbraucher vernahm bei den Brezeln mit Salz einen süßlichen Geschmack und war sich unsicher, ob das Brezelsalz nur aus Salz bestehen muss.
Der regulierte Joghurtbecher
Für einen 500-Gramm-Joghurtbecher aus dem Kühlregal gelten in Deutschland aufgrund von EU- und nationalen Vorgaben unter anderem die nachfolgenden sieben Rechtsgrundlagen:
Regierung beschließt Zuckersteuer
Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf den Weg gebracht. Darin ist ab 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke vorgesehen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Cola, Limonade und Energydrinks werden wohl teurer. Wie viel teurer hängt vom Zuckergehalt des jeweiligen Getränks ab.
Bezeichnungsschutz für Fleisch und Fleischbegriffe konkretisiert
Die Europäische Union mache dem Verband für Fleischwirtschaft e. V: zufolge einen weiteren Schritt hin zu klareren Regeln im Lebensmittelregal: Nachdem sich der Europäische Rat und das Europäische Parlament Anfang März auf einen eingeschränkten Schutz von Fleischbezeichnungen geeinigt haben, liegt nun der konkrete Verordnungsentwurf vor.
Pestizidrückstände in Spargel und Rharbarber?
Mit der Spargelsaison beginnen auch die Untersuchungen im Lebensmittel- und Veterinärinstitut (LVI) Oldenburg des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES).
Philippinen öffnen Märkte wieder für deutsches Schweinefleisch
Die Republik der Philippinen erlaubt nach fast sieben Jahren wieder die Einfuhr von Schweinefleisch und -innereien aus Deutschland. Damit wird ein bedeutender Exportmarkt für deutsche Produzenten geöffnet. Vorausgegangen waren jahrelange aufwändige Verhandlungen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Safe2Eat 2026 – Wissenschaftlich fundierte Leitlinien
Die EFSA und ihre Partner in ganz Europa unterstützen Safe2Eat 2026, um die Bürgerinnen und Bürger mit klaren, wissenschaftlich fundierten Informationen zur Lebensmittelsicherheit zu versorgen. Die Kampagne beginnt im April 2026. Mit noch größerer Reichweite und einem vertieften Engagement soll sie in ganz Europa und darüber hinaus fundierte und sichere Ernährungsentscheidungen fördern.
Smiley-Liste offline
Die cibus Rechtsanwälte informieren auf ihrer Homepage über ein Gerichtsurteil. Das VG Berlin hatte in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes dem Bezirksamt Berlin-Pankow dessen Veröffentlichung der sog. „Smiley-Liste“ untersagt.
Konservenobst ist nicht natursüß
Darf eine Dose Konservenobst als „natursüß“ und „ohne Zuckerzusatz“ beworben werden, wenn das Obst in einer Aufgussflüssigkeit aus Saft steckt? Um diese Frage ging es in dem Gerichtsverfahren des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Herstellerfirma. Zuvor hatte sich eine Verbraucherin bei dem Portal Lebensmittelklarheit über die Werbung beschwert.
Wie frisch ist der Fisch?
Auf dem Weg in Supermärkte oder Restaurants nimmt die Frische des Fisches stetig ab, oft in einer Weise, die nur schwer zu erkennen ist. Forscher der Universität Hokkaido haben ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem genau dies möglich ist. Die neueste Entwicklung könnte dazu beitragen, die Lebensmittelverschwendung zu verringern und die Qualität von Meeresfrüchten zu verbessern. Entscheidungen über die Preisgestaltung, die Lagerung und den Transport würden oft ohne genaue Informationen getroffen, was sich auf die Logistik und den Lagerbestand in Fischzentren, Fischhändlern, Supermärkten, Sushi-Restaurants am Fließband und Lebensmittelgeschäften auswirke - was oft zu Ineffizienz und unnötiger Verschwendung führe.
Gestreckter Honig
Laut Honigverordnung dürfen dem Honig keine anderen Stoffe als Honig zugefügt werden. Wer es dennoch tut, macht sich strafbar. Die Aktion „From the Hives“ der Europäischen Kommission bestätigte allerdings die Annahme, dass ein Teil des importierten Honigs nicht den Gesetzen entspricht.
Reis untersucht
Im Jahr 2025 führte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen eine umfassende Untersuchung von Reisproben durch. Insgesamt wurden 33 Proben auf ihre Qualität und Sicherheit hin überprüft. Die Untersuchungen umfassten neben der sensorischen Beurteilung auch die Analyse auf Arsen und andere Verunreinigungen.
KRITIS-Dachgesetz: Ernährungsindustrie fordert praxistaugliche Umsetzung
Bundesrat hat dem KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der europäischen Richtlinie 2022/2557 zugestimmt, nachdem der Bundestag das Gesetz bereits im Januar beschlossen hatte. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) begrüßt, dass damit erstmals bundeseinheitliche Rahmenregelungen für den physischen Schutz kritischer Infrastrukturen geschaffen werden. Als zentraler Teil der Lebensmittelwertschöpfungskette sei die Ernährungsindustrie selbst ein wesentlicher Bestandteil der kritischen Infrastruktur in Deutschland und trage maßgeblich zur sicheren Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln bei.
Imitat statt Schokoloade
Der Preissprung bei Kakao der vergangenen Jahre zeigt sich in den Supermarktregalen auf verschiedene Weise: Bei einigen Produkten steigt einfach der Preis. Zum Teil erfolgt die Preiserhöhung eher unauffällig, zum Beispiel durch geringere Füllmengen wie 90-Gramm-Schokoladentafeln (Shrinkflation).
Stimmt die Herkunftsangabe bei Spargel?
Im vergangenen Jahr wurden durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg insgesamt 55 regionale Spargelproben von Märkten, mobilen Verkaufsständen, Hofläden oder aus dem Einzelhandel geprüft. Die Proben stammten dabei überwiegend aus dem Anbau in Baden-Württemberg.
Mandarinen auf Pestizidrückstände untersucht
Im Herbst 2025 hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart 12 Mandarinenproben aus konventionellem Anbau auf Pestizidrückstände und Kontaminanten untersucht.
Nachfrage nach Eiern nimmt weiter zu
Nach vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern 2025 auf 252 Eier (2024: 248). Seit 2022 nimmt der Verbrauch kontinuierlich zu, damals lag er bei 234 Eiern pro Person.
Leitsätze für Speiseeis geändert
Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission hat in ihrer 52. Plenarsitzung am 11. November 2025 die Änderung der "Leitsätze für Speiseeis" beschlossen. Diese wurden am 13.02.2026 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Leitsätze vom 29. November 2016 (BAnz AT 19.12.2016 B4, GMBl 2016 S. 1172), die zuletzt durch die Bekanntmachung vom 20. September 2024 (BAnz AT 17.10.2024 B2, GMBl 40/2024, S. 870–872) geändert worden sind, werden geändert.
Blausäure in Maniokmehl
Maniok (Manihot esculenta) erzeugt stärkereiche Wurzelknollen, ist ursprünglich in Brasilien beheimatet und wird inzwischen in fast 100 Ländern angebaut. Die Jahresproduktion betrug im Jahr 2024 341 Mio. t weltweit, im Vergleich dazu wurden 390 Mio. t Kartoffeln erzeugt.
Etliche Verstöße festgestellt
Im vergangenen Jahr hat die Behörde im Kreis Tübingen 2823 Kontrollen gemacht. Dabei wurden etwa 36 Prozent der Betriebe angeschaut. Die meisten davon, 63 Prozent, wurden routinemäßig überprüft.
Saubere Eier?
Das OVG Lüneburg (13 LA 127/25) hat die Berufung gegen das Verbot von Eiern der Güteklasse A, die nicht den Vermarktungsnormen entsprachen, nicht zugelassen.
In zwei Bescheiden wurde die Vermarktung von knapp 2000 Eierpackungen mit je 6 Eiern verboten, da mehr als 7 % der kontrollierten Eier Schmutz- (Kot, Eiweiß, Federn) und Knickstellen sowie teils nur Staubanhaftungen aufwiesen und damit nicht "sauber" i.S.d Art. 3 lit. a delegierte VO (EU) 2023/2465 waren. Hiergegen klagte der Betrieb.
Das OVG führt aus: