Die aktuellen HACCP-News
Entkoffeinierter Kaffee: Ist wirklich drin was draufsteht?
Bei 200 den im Jahr 2025 durch das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersuchten 326 Kaffeeproben handelte es sich um ganze oder gemahlene Kaffeebohnen. Bei drei dieser Proben (jeweils gemahlene Bohnen) lagen die gemessenen Koffeingehalte in der Trockenmasse deutlich oberhalb des für entkoffeinierten Kaffee zulässigen Höchstgehaltes. Außerdem war ein entkoffeinierter Röstkaffee (ganze Bohnen) nicht als solcher gekennzeichnet. Das LGL beurteilte daher bei diesen vier Produkten die Angabe „entkoffeiniert“ bzw. das Fehlen dieser Angabe als irreführend im Sinne von Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe a der VO (EU) Nr. 1169/2011.
Lila Gentechnik-Tomaten illegal in der EU angebaut
Die Behörden in Lettland haben Samen der gentechnisch veränderten lila Tomate des US-Unternehmens Norfolk Healthy Produce beschlagnahmt. Sie waren auf einer Gartenmesse verkauft worden. Solche Fälle kommen laut des Informationsdienstes Gentechnik häufiger vor, da das US-Unternehmen seine Tomaten gezielt an Hobbygärtner vermarktet.
PFAS in Lebensmittelverpackungen verboten
Die Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) schafft einen harmonisierten Rahmen für Verpackungen und Verpackungsabfälle im Binnenmarkt. Die neuen Vorschriften stellen zudem einen wichtigen Schritt zur Verringerung von Verpackungsabfällen und zur Senkung der Befolgungskosten für die Verpackungsindustrie dar.
EU-Staaten und Parlament einigen sich auf Regelung zu neuen genomischen Techniken
Nach mehrjährigen Verhandlungen verständigten sich EU-Mitgliedstaaten und Europäisches Parlament auf einen Kompromiss für einen neuen Rechtsrahmen zur Regulierung neuer genomischer Techniken (NGT). Die geplante Verordnung schafft erstmals EU-weite Regelungen für NGT-Pflanzen.
Pflanzenschutzmittelrückstände in Pfirsichen und Nektarinen
Im Jahr 2025 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) 27 Proben Pfirsiche und 32 Proben Nektarinen auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Eine Probe Nektarinen und zwei Proben Pfirsiche stammten aus Bio-Anbau in Spanien, alle übrigen Proben aus konventioneller Produktion.
Marktcheck der Verbraucherzentrale
Eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW zeigt: Viele Erfrischungsgetränke in nicht wiederverschließbaren Verpackungen wie Trinkpäckchen oder Getränkedosen enthalten mehr als 30 Gramm Zucker. Das entspricht einem großen Teil der Zuckermenge, die Kinder und Erwachsene täglich maximal zu sich nehmen sollten.
Umsetzung der EmpCo-Richtlinie
Zum 27.09.2026 tritt die Umsetzung der sogenannten EmpCo-Richtlinie im deutschen Recht in Kraft. Damit gehen zahlreiche Änderungen im Wettbewerbsrecht einher. In der Folge besteht sowohl für Hersteller als auch für Händler und Dienstleister Prüfungs- und ggf. Handlungsbedarf.
Food Science und Logistik-Expertise gebündelt
An der Hochschule Bremerhaven wurde kürzlich das Lebensmittel- und Transportrechts- Instituts (LTRI) gegründet. Dabei soll die Expertise der beiden Bereiche in gemeinsamen Forschungsprojekten verknüpft werden.
Lebensmittelsicherheit trotz Bürokratieabbau
Die Bundesregierung hat ein Gesetzespaket zum Bürokratieabbau auf den Weg gebracht. Ziel ist es, Unternehmen und Behörden zu entlasten. Im Lebensmittelrecht betrifft dies u.a. nationale Meldepflichten, die über das EU-Recht hinausgehen, sowie Regelungen zu Rechtsverstößen und deren Veröffentlichung.
Vitaminwasser untersucht
Für einen Marktcheck untersuchte die Verbraucherzentrale im Mai 2026 insgesamt 35 mit Vitaminen angereicherte Getränke. Sie überprüfte insbesondere, ob Verbraucher:innen über die Produkte fair und klar informiert werden oder ob Hersteller einen übertriebenen gesundheitlichen Zusatznutzen versprechen, beispielsweise mehr Energie, bessere Konzentration oder Stressabbau.
Teigwaren und Saatgut untersucht
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Als Teil der amtlichen Lebensmittelüberwachung hat das LGL wieder zahlreiche Lebensmittel risikoorientiert untersucht. Schwerpunkte waren unter anderem die Untersuchungen von Teigwaren und Saatgut.
Frosch-Peptid könnte Erdbeeren länger frisch halten
Ein Forschungsteam der São Paulo State University (UNESP) sowie der State University of Goiás in Brasilien hat untersucht, wie sich ein Peptid, das ursprünglich aus der Haut eines südamerikanischen Laubfrosches (Boana albopunctata) isoliert wurde, auf die Qualität von Bio-Erdbeeren während der Lagerung auswirkt.
Ernährungs-Desinformation in sozialen Medien
In sozialen Medien verbreiten sich Fehl- und Desinformationen zu Ernährung rasant und erreichen vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Das europäische Verbundprojekt „FOOD-FRAMES“ untersucht nun, wie stark junge Menschen in Europa solchen Inhalten ausgesetzt sind, wie sie damit umgehen und welche Folgen dies für ihre Ernährung und psychische Gesundheit hat.
Kaum Beanstandungen bei Brötchen für Burger und Hot-Dogs
Im Jahr 2025 untersuchte das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) 34 Proben abgepackte Brötchen für Hot Dogs und Burger aus dem Lebensmittelhandel auf Haltbarkeit, Fettgehalt und auch die Butter- sowie Eigehalte, wenn diese in der Deklaration angegeben waren. Dabei kam es zu insgesamt drei Beanstandungen bei zwei Proben.
Pflanzenschutzmittelrückstände in Salatgurken?
Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) wurden im Jahr 2025 insgesamt 28 Proben Salatgurken auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Zehn Proben stammten aus den Niederlanden, je acht aus Spanien und Deutschland, bei zwei Proben war die Herkunft nicht angegeben.
Café Latte als „Protein-Latte“ beworben – ist das zulässig?
Ein Coffee-Shop bietet eine „Protein Latte“ an, die 4,1 Gramm Protein auf 100 Gramm hat. Außerdem sind 2,2 Gramm Fett, 2 Gramm Zucker und 48 Kilokalorien pro 100 Gramm enthalten. Ein Verbraucher empfindet das als Täuschung, da eine normale Milch ca. 3,5 Gramm Proteine auf 100 g enthält. Das Protein im Namen lasse vermuten, dass dort mehr Protein enthalten sei. Ist der Name / die Werbung zulässig?
Nachhaltigkeitsberichterstattung: Überarbeitete Standards verringern Verwaltungsaufwand für Unternehmen
Die Europäische Kommission hat die überarbeiteten Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) und einen freiwilligen Berichtsstandard für kleinere Unternehmen verabschiedet. Sie sollen den Verwaltungsaufwand für EU-Unternehmen verringern und gleichzeitig eine hohe Qualität der Offenlegung gewährleisten.
Getränkewirtschaft sieht Betriebe vor unlösbaren Herausforderungen
Die Spitzenverbände der deutschen Getränkewirtschaft protestieren gegen konkrete aktuelle Pläne der Koalition, die Einführung einer Zuckersteuer auf Getränke bereits auf den 1. Januar 2027 vorzuziehen.
EU will Käfighaltung und Kükentöten beenden
Die Europäische Kommission hat am 7. Juli ihre lang erwartete Nutztierstrategie vorgestellt und darin ihre Vision für die Zukunft des Tierhaltungssektors formuliert. Darin verpflichtet sich die Kommission, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der unter anderem den schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung sowie ein Ende der Tötung männlicher Küken vorsieht.
Lebensmittel ja oder nein – das ist hier die Frage?!
„Viel hilft viel“ ist ein bekanntes Sprichwort. „Viel“ im Kontext bei der Bewertung von Lebensmitteln bedeutet jedoch: Ist das Produkt wirklich noch ein Nahrungsergänzungsmittel (NEM) oder doch vielleicht ein Arzneimittel? Aber nicht nur die Frage, ob die Menge einer Zutat, häufig pflanzlichen Ursprungs, in einem NEM überhaupt noch ein Lebensmittel ist, gilt es laut Chemischem und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW) zu klären.
Beschränkung des Informationsfreiheitsgesetzes
Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) gilt seit 2006 und gewährt Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu amtlichen Informationen und Dokumenten. Sie haben demnach Auskunftsrechte gegenüber Bundesbehörden und staatlichen Einrichtungen. In einigen Bundesländern gibt es vergleichbare Regelungen. Nach Angaben des Portals FragDenStaat wurden bislang über 300.000 IFG-Anfragen gestellt.
Änderungen bei Kennzeichnung von Marmelade und Honig
Marmelade darf wieder Marmelade heißen. Außerdem bekommen Verbraucher mehr Klarheit über die Herkunft von Honig. Das sieht eine Verordnung des Bundesagrarministeriums vor, mit der eine EU-Richtlinie national umgesetzt wird. Bislang schrieb EU-Recht vor, dass nur Produkte aus Zitrusfrüchten als Marmelade bezeichnet werden dürfen. Alles andere musste als Konfitüre etikettiert werden.
„Veggie-Speck“verboten, „Veggie-Burger“ erlaubt
Das EU-Parlament hat lange um die Bezeichnung von veganen Würsten und anderen Ersatzprodukten für Fans der fleischfreien Kost gerungen – und nun endgültig über ein Verbot von Fleischbezeichnungen für nicht-tierische Produkte entschieden. Verboten sind demnach Produktbezeichnungen, die sich direkt auf eine Fleischart beziehen. Produktbezeichnungen für Gerichte oder Verarbeitungsformen bleiben entgegen ursprünglicher Pläne doch erlaubt.
Pestizid-Rückstände in eingelegten Paprikaschoten
Im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt des Landes Nordrhein-Westfalen (CVUA-MEL) wurden im Jahr 2024 29 Proben eingelegte Paprika auf Rückstände von rund 500 Pestizid-Wirkstoffen untersucht. Der überwiegende Teil der Proben bestand aus eingelegten filetierten oder in Streifen geschnittenen Paprikaschoten unter Zusatz von Salz, Zucker und Säuerungsmitteln.