Tomaten können sich auf wiederkehrenden Hitzestress vorbereiten. Forschende des Leibniz-Instituts für Gartenbauwissenschaften (IGZ) konnten sowohl unter kontrollierten als auch unter Feldbedingungen zeigen, dass ein moderater Hitzestress die Reaktion von Tomaten auf erneuten Hitzestress verbessert und den Fruchtertrag signifikant steigern kann. Zudem identifizierte das Team im Rahmen der in der Fachzeitschrift „The Plant Journal“ veröffentlichten Studie zentrale molekulare Regulatoren des thermischen Stressgedächtnisses.
Hohe Temperaturen können Wachstum und Ertrag von Kulturpflanzen, einschließlich Tomaten, erheblich beeinträchtigen. Eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams unter der Leitung von Dr. Justyna Olas (IGZ) zeigte nun, dass Tomaten nach einer moderaten Hitzebelastung besser auf einen späteren erneuten Hitzestress reagieren können. Durch thermisches „Priming“ werden Pflanzen als Reaktion auf einen anfänglichen moderaten Hitzestress umprogrammiert, sodass sie das Gedächtnis an das Stressereignis mehrere Tage lang bewahren und sowohl schneller als auch effektiver auf nachfolgenden Hitzestress reagieren können.
Die Forschenden untersuchten Tomatenpflanzen der Sorte „Moneymaker“ zunächst unter kontrollierten Bedingungen. Nach einer moderaten Hitzebelastung erhielten die Pflanzen einige Tage später einen starken erneuten Hitzestress. Während nicht vorbelastete Pflanzen dadurch deutliche Schäden erlitten, konnten zuvor durch Wärme vorbehandelte Pflanzen dem Stress besser standhalten. Die schützende Wirkung des „Primings“ hielt dabei länger an als bei der Modellpflanze Arabidopsis thaliana. Auch nach einer zehntägigen Pause zwischen der ersten Hitzebelastung und dem erneuten Hitzestress war noch ein messbarer Schutzeffekt vorhanden. Mit zunehmender Dauer der Gedächtnisphase nahm dieser jedoch ab und war nach 20 Tagen nicht mehr nachweisbar. Die Studie zeigt damit, dass die Dauer des thermischen Gedächtnisses artspezifische Unterschiede aufweist.
Quelle: Meldung Leibniz-Institut für Gartenbauwissenschaften (IGZ) e. V. vom 26.10.2026