Mit der Empfehlung (EU) 2022/1342 vom 28.07.2022 fordert die Kommission die Mitgliedstaaten auf, die Gehalte von Quecksilber in Fischen, Krebstieren und Weichtieren zu überwachen.
Im Einzelnen empfiehlt die Kommission, in den Jahren 2022, 2023, 2024 und 2025 Methylquecksilber und Gesamtquecksilber in Fischen, Krebstieren und Weichtieren zu überwachen. Die Untersuchungen sollen eine Vielzahl von Fisch-, Krebstier- und Weichtierarten sowohl aus der Zucht als auch aus dem Wildfang umfassen. Sie sollen die Verzehrgewohnheiten widerspiegeln, um so die Exposition der Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber Quecksilber möglichst genau abschätzen zu können.
Um die Expositions- und Risikobewertungen für Quecksilber in Lebensmitteln weiter zu verbessern, sollen neben anorganischem Quecksilber auch Methylquecksilber erfasst werden. Letzteres ist toxischer als anorganisches Quecksilber.
Mit der Verordnung (EU) 2022/617 wurden die Höchstgehalte für Quecksilber in verschiedenen Fischarten geändert. Trotz der Forderungen nach einer Anhebung der geltenden Höchstgehalte für Fischarten außer Hai und Schwertfisch werden diese in Anbetracht der damit verbundenen Gesundheitsbedenken mit der Verordnung (EU) 2022/617 beibehalten, bis weitere Daten erhoben und wissenschaftlich bewertet werden. Dies soll mit den Ergebnissen der empfohlenen Überwachung geschehen.
Über das Vorkommen von Gesamtquecksilber und Methylquecksilber in verschiedenen Fisch-, Krebstier- und Weichtierarten sollen die Mitgliedstaaten und Lebensmittelunternehmer der EFSA regelmäßig Bericht erstatten. Für die Meldungen hat die EFSA ein elektronisches Berichtsformat vorgegebenen.
QUELLE:
- Amtsblatt der EU Nr. L 201 vom 01.08.2022, S. 73
Dr. Herbert Otteneder