Das deutsche Bio-Siegel hat seinen 25. Geburtstag gefeiert. Seit 2001 kennzeichnet das Sechseck Produkte, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erzeugt und verarbeitet werden. Zehn Fakten über seine Geschichte und Entwicklung.
1. 2001 bekam Bio ein einheitliches Zeichen
Am 5. September 2001 wurde das deutsche Bio-Siegel eingeführt. Die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast wollte damit eine einheitliche Kennzeichnung schaffen, an der Verbraucher Bio-Produkte auf einen Blick erkennen können.
2. Zum Start trugen gerade einmal 45 Produkte das Siegel
Im September 2001 waren 45 Produkte von 14 Unternehmen für das neue Bio-Siegel registriert. Ende September 2003 waren bereits 18.759 Produkte von 930 Unternehmen angemeldet. 25 Jahre nach der Einführung sind daraus 115.228 Produkte von 7.392 Unternehmen geworden. Die aktuellen Zahlen beziehen sich auf den 31. August 2026.
3. Eine große Kampagne machte das Siegel bekannt
Schon kurz nach der Einführung wurde kräftig für das neue Zeichen geworben. Im Sommer 2002 fuhr ein Bio-Siegel-Infomobil durch 27 deutsche Städte. 2003 folgte unter anderem die bundesweite Plakataktion „Bio-Produkte haben’s drauf!“.
4. Der LEH öffnete sich nach der Einführung des Siegels stärker für Bio
Die Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Margareta Büning-Fesel sagt rückblickend über die damalige Informations- und Image-Kampagne: „Das führte unter anderem dazu, dass sich der Lebensmitteleinzelhandel Schritt für Schritt für Bio-Lebensmittel geöffnet und für die weitere Verbreitung und Bekanntmachung von Bio-Produkten gesorgt hat.“
5. Das Bio-Siegel ist eine geschützte Marke
Das deutsche Bio-Siegel ist markenrechtlich geschützt. Unternehmen können es freiwillig und kostenlos verwenden, müssen ihre Produkte aber vor der erstmaligen Nutzung bei der BLE anzeigen. „Nur wer sich an die gesetzliche Vorgabe durch die EU-Öko-Verordnung hält und sich regelmäßig kontrollieren lässt, darf das Bio-Siegel nutzen. Das wissen die Verbraucherinnen und Verbraucher zu schätzen“, so BLE-Präsidentin Margareta Büning-Fesel.
6. Hinter dem Siegel stehen die EU-Bio-Regeln
Das deutsche Bio-Siegel hat keine eigenen Produktionsstandards. Es kennzeichnet Produkte, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erzeugt, verarbeitet, importiert und gehandelt werden. Kontrolliert wird die Einhaltung durch zugelassene Öko-Kontrollstellen.
7. Nicht jedes Produkt darf das Bio-Siegel tragen
Das Siegel kann unter anderem auf Lebensmitteln, Futtermitteln, Saatgut und bestimmten Aquakulturerzeugnissen verwendet werden. Für Arzneimittel, Kosmetika und Textilien ist es dagegen nicht vorgesehen. Erzeugnisse aus Jagd und Fischerei wildlebender Tiere gelten nicht als ökologische Erzeugnisse und können nicht mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet werden.
8. Auch importierte Bio-Produkte können das deutsche Siegel tragen
Das Sechseck ist nicht auf Lebensmittel aus Deutschland beschränkt. Auch Bio-Produkte aus anderen EU-Staaten und regelkonform importierte Waren aus Nicht-EU-Ländern dürfen es tragen, wenn sie die entsprechenden Vorgaben erfüllen.
9. Mehr als 80 Prozent kennen das Bio-Siegel
Das Zeichen hat eine hohe Bekanntheit erlangt. Laut BLE kennen mehr als 80 Prozent der deutschen Verbraucher das Bio-Siegel. 59 Prozent geben an, beim Einkauf darauf zu achten.
10. Das deutsche Bio-Siegel war dem EU-Bio-Logo neun Jahre voraus
Das heute verwendete EU-Bio-Siegel mit dem weißen Sternenblatt auf grünem Grund wurde 2010 eingeführt. Deutschland hatte damit bereits neun Jahre zuvor eine einheitliche staatliche Bio-Kennzeichnung eingeführt. Mit der verpflichtenden Verwendung des EU-Bio-Logos blieb das deutsche Bio-Siegel bestehen. Unternehmen können das bekannte Sechseck weiterhin freiwillig zusätzlich zum EU-Bio-Logo verwenden.
Quelle: Meldung biohandel.de vom 10.09.2026