Die Online-Petition eines Herstellers von Getränkebeuteln für eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm ist gescheitert. Das Unternehmen wollte eine Million Unterschriften sammeln, kam aber nach eigenen Angaben auf weniger als 170.000.
Der Präsident des Verwaltungsrates des Unternehmens, räumte Fehler bei der Umsetzung ein, hielt aber an der Forderung fest. „Die Petition war schlecht gemacht und falsch - das nur nebenbei“, sagte er laut der „Rhein-Neckar-Zeitung“. „Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.“
Das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Eppelheim setzt sich seit 2024 dafür ein, dass die Europäische Union eine Ausnahmegenehmigung für Plastikstrohhalme an seinen Trinkbeuteln erteilt. Seit 2021 verwendet Papierstrohhalme, nachdem die EU Einwegplastikprodukte verboten hatte. Laut dem Unternehmen beschweren sich Verbraucher seitdem über den Papierstrohhalm: Er lasse sich schlechter einstecken, werde beim Trinken weich und hinterlasse einen Papiergeschmack. Der Hersteller habe den Papierstrohhalm deshalb bereits mehrfach überarbeitet.
Das Unternehmen argumentierte in einem Interview, das anlässlich seines 85. Geburtstages erschien, mit der Recyclingfähigkeit des Trinkbeutels. „Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar“, sagte er laut der „Rhein-Neckar-Zeitung“. „90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist.“ Das Unternehmen will den Strohhalm nach eigenen Angaben aus dem gleichen Kunststoff Polypropylen herstellen, aus dem auch der Trinkbeutel besteht. So könne der gesamte Beutel mitsamt Strohhalm recycelt werden.
Umwelt- und Verbraucherschützer sehen die Pläne kritisch. Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe bezeichnete den Vorstoß des Unternehmens als „aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis“. Die kleinen Trinkbeutel seien vor allem für den Konsum unterwegs gedacht und landeten entsprechend häufig in der Umwelt.
Während das Unternehmen weiter für eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm kämpft, investiert das Unternehmen zugleich in den Ausbau seiner Produktion für Trinkbeutel ohne Halm.
Quelle: Meldung lebensmittelpraxis.de vom 16.06.2026