In einem gemeinsamen Positionspapier beschreiben die Lebensmittelchemische Gesellschaft (LChG), der Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst (BLC) sowie der Leitende Apotheker der Bundeswehr die Bedeutung des Universitätsstudiengangs Lebensmittelchemie und des lebensmittelchemischen Staatsexamens für die Landes- und Bündnisverteidigung. Es wird dargelegt, dass diese Ausbildung in Deutschland die fachliche und rechtliche Grundlage dafür schafft, Sanitätsoffiziere Apotheker und staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker mit spezifischer Kompetenz für die Lebensmittel- und Trinkwassersicherheit der Bundeswehr auszubilden.
Der Aufgabenbereich dieser Fachkräfte umfasst neben der Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung insbesondere die Überwachung, Untersuchung und Bewertung von Lebensmitteln, Trinkwasser und Bedarfsgegenständen für die Truppe im In- und Ausland. Dazu gehört auch die Einsatz- und Notverpflegung. Die Tätigkeiten sind Teil der Force-Health-Protection sowie der Bereiche Food Safety und Food Defence. Ihre Einsatzfähigkeit beruht unmittelbar auf der universitären Ausbildung und dem Staatsexamen in Lebensmittelchemie, die in dieser Form spezifisch für das deutsche Ausbildungssystem sind.
Hervorgehoben wird die Unverzichtbarkeit der lebensmittelchemischen Ausbildung, da sie analytisch-chemische, toxikologische und rechtliche Kompetenzen miteinander verbindet. Diese Kombination ermöglicht sowohl die wissenschaftliche Bewertung von Risiken als auch rechtssichere Entscheidungen nach nationalen und internationalen Normen, einschließlich Codex Alimentarius und NATO-Standards. Insbesondere für den Schutz vor absichtlicher Kontamination, Manipulation und Sabotage von Lebensmitteln und Trinkwasser wird diese ganzheitliche Qualifikation als erforderlich beschrieben.
Im internationalen Kontext wird auf Einsätze der Bundeswehr verwiesen, bei denen deutsche Sanitätsoffiziere Apotheker und Lebensmittelchemiker durch Trinkwasseranalysen und die Bewertung lokaler Lebensmittelquellen zur Einsatzfähigkeit beigetragen haben. Diese Expertise wird von NATO-Partnern anerkannt und nachgefragt. Abschließend wird festgehalten, dass die Studiengänge Lebensmittelchemie sowie die staatliche Ausbildung als sicherheitsrelevant einzustufen sind, da sie die Grundlage für die entsprechende Fachkompetenz im nationalen und bündnispolitischen Rahmen bilden.
Quelle:
- Veröffentlichung des BLC vom Dezember 2025, www.lebensmittel.org/downloads/veroeffentlichungen-des-blc.html
Marion Gebhart