Im Jahr 2025 wurden am Chemischen uns Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart 65 frische Erdbeerproben aus konventionellem Anbau auf Pestizidrückstände untersucht. Zwei Drittel der Proben (66 %) stammten dabei aus Deutschland, ein Drittel (34 %) aus dem europäischen Ausland, größtenteils aus Spanien (22 %).
Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen zu Pestizidrückstände in den 65 frischen Erdbeerproben seien laut dem CVUA positiv zu bewerten. Einzig in einer der untersuchten Proben wurden die gesetzlichen Höchstmengen für zwei Pestizidwirkstoffe überschritten. Damit wurden die Höchstmengen für Pestizidrückstandsgehalte in Erdbeeren in 98,5 % aller Proben eingehalten und nur in 1,5 % der untersuchten Proben überschritten. In beiden Fällen der Höchstmengenüberschreitungen handelt es sich bei den Pestizidwirkstoffen um gegen Pilze wirksame Fungizide (hier: Captan und Dodin).
Tatsächlich seien Fungizide laut dem CVUA die häufigste Art von Pestiziden, die in Pflanzenschutzformulierungen bei Erdbeerpflanzen angewendet werden. Sie sollen etwa Blätter oder Wurzeln, aber auch Früchte vor Pilzbefall schützen (z. B. vor Erdbeermehltau oder verschiedenen Arten von Fruchtfäule). Gerade bei feuchten Witterungsbedingungen sind Erdbeerpflanzen und -früchte anfällig für Pilzbefall. Da Deutschland im Vergleich zu beispielsweise Spanien ein deutlich feuchteres Klima aufweist, kommen Fungizide hierzulande entsprechend auch in größerem Ausmaß zum Einsatz. Dadurch ergebe sich für Erdbeeren aus Deutschland ein leicht höherer mittlerer Pestizidgehalt als für Erdbeeren aus dem EU-Ausland. Fungizide können auch bewirken, dass Früchte mit Druckstellen weniger schnell verderben.
Die Anzahl verschiedener Pestizide in den untersuchten Erdbeerproben lag für die deutschen Proben mit durchschnittlich etwa sechs enthaltenen Pestiziden etwas niedriger als bei den Proben aus dem EU-Ausland. Diese wiesen durchschnittlich etwa sieben verschiedene Pestizide auf. Nur zwei der 65 untersuchten Proben aus konventionellem Anbau wiesen keine Pestizidrückstände auf (3 % der Proben).
Erdbeeren aus ökologischem Anbau, bei dem der Einsatz von Pestiziden nicht erlaubt ist, machen in Deutschland nur einen geringen Marktanteil aus.
Quelle: Meldung Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart vom 04.05.2026