Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart hat 13 verschiedene Fruchtsorbets auf Rückstände von über 800 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln und Kontaminanten untersucht. Die Sorbet-Proben wurden in lokalen Märkten oder Eisdielen in Baden-Württemberg erhoben.
Sieben Sorbets (Mango (4×), Himbeere, Erdbeere, Zitrone) stammten aus ökologischem Anbau und sechs Sorbets (Mango, Himbeere, Zitrone, Holunder, Waldbeere, Mango-Maracuja) wurden konventionell erzeugt.
In keiner der untersuchten Sorbet-Proben wurden Gehalte an Stoffen oberhalb der gesetzlich festgelegten Höchstgehalte oder in gesundheitlich bedenklicher Höhe nachgewiesen. In in 12 von 13 Sorbet-Proben konnten Rückstände nachgewiesen werden, wobei die Anzahl der bestimmten Stoffe bei den meisten Proben bei eins lag. Eine Ausnahme stellte ein Waldbeer-Sorbet (Fruchtanteil: 50 %) dar, welches mit 14 verschiedenen Rückständen an Pestiziden und Kontaminanten auffällig war. In einem Mango-Maracuja-Sorbet (Fruchtanteil: k. A.) waren fünf unterschiedliche Stoffe nachweisbar. Ein klarer Zusammenhang zwischen der Anzahl der bestimmten Stoffe und dem Fruchtanteil lässt sich bei den 13 aktuell untersuchten Proben nicht erkennen. Dies könnte jedoch auch an der begrenzten Probenzahl liegen.
In den untersuchten Bio-Proben wurden maximal drei Rückstände an Pestiziden und Kontaminanten je Probe bestimmt. Im Mittel wurden in Bio-Proben 1,6 Stoffe je Probe bestimmt, wohingegen in konventionellen Proben im Mittel pro Probe 4,2 Stoffe bestimmt werden konnten. Es zeichnet sich der Trend ab, dass Bio-Sorbets tendenziell weniger Rückstände an Pestiziden und Kontaminanten je Probe aufweisen als konventionell erzeugte Produkte. Der Gehalt an Pestizid-Rückständen, der im Mittel je Probe bestimmt werden konnte, liegt bei Bio-Proben mit 0,005 mg/kg etwas niedriger als bei konventionellen Proben mit 0,008 mg/kg. Da in der ökologischen Landwirtschaft die Anwendung chemisch synthetischer Pestizidwirkstoffe nicht zugelassen ist, weisen Bio-Produkte in der Regel keine oder nur kleine Spuren von Pestizidrückständen auf. Bei den Sorbet-Proben ist der Unterschied zwischen Bio und konventionell gering – insgesamt sind die Pestizidrückstandsgehalte jedoch bereits sehr niedrig. Werden Kontaminanten miteingerechnet, liegt der mittlere Gehalt sowohl bei Bio- als auch bei konventionellen Proben bei 0,02 mg/kg. Dies ist nachvollziehbar, da Kontaminanten unabhängig von der Anbaumethode unbeabsichtigt über die Umwelt oder während der Verarbeitung in die Produkte gelangen können. Von über 800 analysierten Stoffen je Probe konnten insgesamt 22 verschiedene Pestizide bzw. Kontaminanten bestimmt werden. Die übrigen Stoffe waren entweder nicht nachweisbar oder der Gehalt lag nur als kleine Spur unterhalb der Bestimmungsgrenze vor. Am häufigsten wurden Rückstände an Chlorat (Pestizid/Kontaminante) und Carbendazim (Fungizid) bestimmt – jeweils in fünf Proben – gefolgt von Trifluoressigsäure (Kontaminante), die in jeweils vier Proben bestimmt wurde.
Quelle: Meldung Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart vom 29.09.2026