Ein Jahr nach Einführung des Einwegpfands in Österreich zieht die verantwortliche Stelle, die EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH, ein positives Resümee. Es wurde eine Sammelquote von 81,5 Prozent erreicht, was leicht über der Zielvorgabe von 80 Prozent liegt. Insgesamt wurden etwa 1,4 Milliarden Pfandgebinde zurückgegeben, jeweils circa zur Hälfte Kunststoffflaschen und Metalldosen. Dies zeige, dass die Bevölkerung hinter dem Pfandsystem stehe.
Die Rückgabe kann an rund 16300 Rückgabestellen erfolgen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Automaten im Einzelhandel (98 Prozent). Die manuelle Rückgabe beispielsweise in Bäckereien trägt nur wenig zum Gesamtvolumen bei, bei gleichzeitig hohem logistischem Aufwand für die betroffenen Betreiber.
Das recycelte Material kann von den Getränkeproduzenten mit Vorkaufsrecht erworben und in den Kreislauf eingeschleust werden. Damit können sie die Vorgabe für die Verarbeitung eines Mindestanteils von recyceltem Kunststoff ressourcenschonend erfüllen. Für 2027 wurde das Ziel mit 90 Prozent nochmals höhergesteckt. Diese Sammelquote ist gemäß der EU-Einwegkunststoffrichtlinie spätestens im Jahr 2029 zu erfüllen.
Gleichzeitig wird in Deutschland um die Pfandpflicht für alkoholfreie Spirituosen-Alternativen gerungen. Die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister entschied nun, dass auch Verpackungen für Mischungen, die als Basis für alkoholfreie Longdrinks und Cocktails dienen, anders als ihre alkoholhaltigen Pendants unter die Pfandpflicht fallen. Diesem Beschluss gingen Urteile der Oberlandesgerichte in München und Braunschweig voraus, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Kritik kommt von kleinen Herstellern und Händlern, die sich gegenüber großen Produzenten im Nachteil sehen. In Österreich sind alkoholische Getränke übrigens nicht ausgenommen.
Quelle:
- Pressemitteilung der Recycling Pfand Österreich vom 28.01.2026, www.recycling-pfand.at
- Beitrag der LZ vom 06.02.2026, Ausgabe 6, S. 22
Dr. Marion Gebhart