Milchkühe mit hoher Milchleistung geben deutlich mehr des Schimmelpilzgifts Aflatoxin M1 (AFM1) in ihre Milch ab als Kühe mit geringerer Milchleistung. Dieser Zusammenhang ist seit längerer Zeit bekannt, genau berechnen und vorhersagen ließ er sich allerdings bisher nicht.
Forschende vom Futtermittelzentrum am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben nun ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem sich die Beziehung zwischen der Milchleistung und dem Transfer von Aflatoxin in die Milch ermitteln lässt.
Das neue Modell sei in erster Linie ein Werkzeug für das Risikomanagement und für Branchenakteure. Es hilft abzuschätzen, ob der bestehende Höchstgehalt für AFM1 in der Milch bei einer bekannten Aflatoxin B1 (AFB1) Konzentration im Futter eingehalten werden kann. Dies sei umso wichtiger, da im Zuge des Klimawandels Aflatoxinkontaminationen von Futterpflanzen in Regionen auftreten können, in denen sie bisher weniger relevant sind. Das mathematische Modell wurde bereits in das öffentlich zugängliche Computertool „ConTrans“ des BfR integriert.
Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) gehören zu den natürlichen Toxinen, deren Vorkommen in Lebens- und Futtermitteln zwar unerwünscht, jedoch nicht komplett vermeidbar ist. Für AFM1 in Rohmilch, wärmebehandelter Milch und Werkmilch gilt ein Höchstgehalt in Höhe von 0,05 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) gemäß Verordnung (EU) 2023/915. Die Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Deutschland zeigen, dass die große Mehrheit der auf dem Markt befindlichen Kuhmilchproben den Höchstgehalt einhält.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Archives of Toxicology“ als Fast-Track-Artikel veröffentlicht, um die Ergebnisse Forschenden, Gesundheitsbehörden und anderen Stakeholdern rasch zugänglich zu machen.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Mitteilung Nr. 025/2026 vom 28.04.2026