Öko-Test hat für die Januar-Ausgabe 23 Hähnchenbrustfilet-Marken auf antibiotikaresistente Keime testen lassen. Zwölf der geprüften Produkte stammten von Tieren aus ökologischer Haltung, der Rest von Tieren aus konventioneller Haltung.
Die Tester vermuteten bereits, dass sie auf antibiotikaresistente Keime stoßen würden - dennoch überraschte das Ergebnis: In mehr als der Hälfte der Proben - konkret in 14 von 23 - wurde das Labor fündig. Bei den massiven Problemen, vor die uns Antibiotikaresistenzen stellten, sei es laut Öko-Test-Lebensmittelchemikerin Jil Eichhorn nur ein schwacher Trost, dass die resistenten Keime beim Durchbraten abgetötet würden. Obwohl in Bio-Betrieben deutlich strengere Regeln für den Einsatz von Antibiotika gelten, zeigten die Laborbefunde, wie weit resistente Keime verbreitet sind - unabhängig von Haltungsform und Antibiotikaverwendung.
Die Tester entdeckten in jeweils sieben Bio-Produkten und sieben Produkten konventioneller Haltung antibiotikaresistente Keime, die sie als bedenklich bewerteten. Betroffen waren unter anderem ein hochpreisiges Bio-Hähnchenbrustfilet für 35,90 Euro pro 1.000 Gramm und ein Hähnchen-Brustfilet-Teilstück - für 8,32 Euro pro 1.000 Gramm das günstigste Produkt im Test. Im Labor wurden in neun Produkten sogenannte ESBL- und/oder AmpC-bildende Bakterien nachgewiesen - darunter auch Escherichia coli (E. coli). Das Labor entdeckte außerdem in fünf Bio-Hähnchenfilets und drei Proben aus konventioneller Haltung MRSA - den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus.
Eine Infektion mit MRSA über den Verzehr von Fleisch oder den Umgang mit kontaminierten Lebensmitteln sei laut dem Zoonosen-Monitoring des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unwahrscheinlich. Der Keimgehalt gilt als gering und wird ebenso wie ESBL- und AmpC-bildende Bakterien beim gründlichen Durchgaren abgetötet. Dennoch mahnt Öko-Test, die Ergebnisse ernst zu nehmen. Das BfR empfiehlt, den Antibiotikaeinsatz in der Geflügelhaltung weiter zu reduzieren und die Hygienestandards in der Schlachtung zu verbessern.
Quelle: Meldung zdfheute.de vom 29.12.2025