Bei Lebensmittelfarbstoffen gibt es einen Trend in der Nachfrage, der weggeht von synthetischen Farbstoffen hin zu natürlichen Alternativen. Die Farbstoffgewinnung aus Pflanzen konkurriert jedoch mit der Nahrungsmittelproduktion. Gemeinsam mit der Universität Kopenhagen entwickelten die Wissenschaftler daher ein alternatives Produktionssystem auf Basis von Cyanobakterien. Forschenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist es gelungen, gelbe Naturfarbstoffe aus Kohlendioxid und Lichtenergie herzustellen.
Die Forschenden übertrugen dazu gezielt Gene aus Roter Bete (Beta vulgaris) in das Photosynthese-betreibende Bakterium Synechocystis. Diese wandeln mit Licht Kohlendioxid direkt in hochwertige Naturfarbstoffe um – ganz ohne Zugabe von Zuckern oder Aminosäuren. Durch gezielte Stoffwechselanpassungen und optimierte Kultivierungsbedingungen steigerten die Forschenden die Ausbeute an Pigmenten deutlich. Am Ende erreichten sie eine rund 165-fach höhere Pigmentproduktion als zu Beginn der Versuche.
Betaxanthine sind nicht nur Farbstoffe, sondern sie wirken auch als Antioxidantien. Sie könnten daher synthetische Zusatzstoffe in Lebensmitteln ersetzen und gleichzeitig einen ernährungsphysiologischen Mehrwert bieten. Langfristig sehen die Forschenden auch Anwendungsmöglichkeiten in der Lebensmittelverpackung oder in der Kosmetik.
Quelle: Meldung Universität Jena vom 29.01.2026