Schokolade versüßt uns den Alltag. Neben den kakaohaltigen Originalen gibt es mittlerweile Alternativen, die nach Schokolade schmecken, aber den aktuell teuren Rohstoff Kakao nicht enthalten. Die Bezeichnung Schokolade dürfen sie aber nicht tragen, denn er sei laut Dr. Andreas Daxenberger, Lebensmittelexperte von TÜV SÜD rechtlich an eine definierte Menge von Kakao gebunden. Deshalb sei die Kennzeichnung als "kakaofreie Schokoladen-Alternative" erforderlich.
Angesichts der Wirtschaftslage in der Kakaobranche brachten junge Unternehmen komplett kakaofreie schokoladenähnliche Produkte auf den Markt. Dabei wird aber am traditionellen Schokoladenherstellungsprozess festgehalten: Die Rohstoffe werden fermentiert, geröstet, conchiert und schließlich das Fett raffiniert. So werden auch Sonnenblumenkerne bzw. Hafer ähnlich wie Kakaobohnen behandelt und in mehreren Schritten zu einem aromatischen Konzentrat vermahlen. Dies wird mit anderen Zutaten wie Zucker und pflanzlichen Fetten gemischt und die Masse conchiert. Beim Conchieren werden flüssige Massen lange gerührt und geknetet, um Festigkeit, Aromen und Inhaltsstoffe des Produktes zu verbessern.
Je nach Rezeptur kommen Sonnenblumenkerne, Zucker, Milchpulver bzw. bei veganen Sorten, Sonnenblumenkernmehl zum Einsatz. Als Kakaobutter-Äquivalente werden Palmöl, Sojabohnen, Rapsöl oder Shea genutzt. Hinzu kommen verschiedene Geschmackszutaten wie Haselnüsse, Pfefferminze, Marzipan und andere. Die Kennzeichnung der Produkte muss gemäß Lebensmittel-Informationsverordnung so erfolgen, dass eine Irreführung der Verbraucher ausgeschlossen ist. Insbesondere ist die Verwechselbarkeit mit Kakaoprodukten, aufgrund von Aufmachung oder Produktbeschreibung zu vermeiden. Überprüft wird das nicht nur durch die amtliche Lebensmittelüberwachung, sondern auch in den privatwirtschaftlichen Lebensmittel-Zertifizierungsprogrammen wie "International Food Standard" (IFS), die TÜV SÜD bei den Lebensmittelherstellern durchführt.
Quelle: Meldung TÜV SÜD vom 26.11.2025