Der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands e.V. (BVLK) berichtet auf seiner Internetseite über die 10 häufigsten HACCP-Fehler in Lebensmittelbetrieben. Das HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist das Rückgrat der Lebensmittelsicherheit. Doch in der Praxis schlichen sich oft Fehler ein, die das System gefährden und im schlimmsten Fall zu Lebensmittelkontaminationen oder Bußgeldern führten. Der BVLK nennt Fehler und dazugehörige Lösungsvorschläge.
Unvollständige Gefahrenanalyse
Problem: Viele Betriebe analysieren nicht alle möglichen biologischen, chemischen und physikalischen Gefahren.
Lösung: Alle Prozesse – von Rohwarenannahme bis Verkauf – genau prüfen. Risiken dokumentieren und regelmäßig aktualisieren.
Kritische Lenkungspunkte (CCPs) nicht klar definiert
Problem: Ohne klar definierte CCPs weiß das Personal nicht, wo Eingriffe erforderlich sind.
Lösung: Jeden CCP mit klaren Grenzwerten festlegen. (Bsp. Temperatur und Zeit)
Grenzwerte nicht realistisch oder überprüfbar
Problem: Manche Betriebe setzen Grenzwerte, die nicht messbar oder praxisfern sind.
Lösung: Grenzwerte anhand wissenschaftlicher Richtlinien definieren und regelmäßig testen, z. B. mit Thermometern oder pH-Messgeräten.
Mangelhafte Schulung des Personals
Problem: HACCP ist nur so gut wie die Mitarbeitenden, die es umsetzen.
Lösung: Regelmäßige Schulungen durchführen, praxisnahe Beispiele zeigen und Mitarbeitende aktiv einbeziehen. Und eine Lebensmittelsicherheitskultur etablieren.
Dokumentation wird vernachlässigt
Problem: Viele Betriebe führen Aufzeichnungen nur sporadisch oder unvollständig.
Lösung: Dokumentationen systematisch, verständlich und nachvollziehbar führen – digital oder in Papierform.
Fehlende Überprüfung und Validierung
Problem: Systeme werden erstellt, aber nie überprüft, ob sie tatsächlich funktionieren.
Lösung: Regelmäßige interne Audits und Tests durchführen, z. B. durch mikrobiologische Stichproben.
Kein Update bei Prozessänderungen
Problem: Änderungen bei Rezepturen, Lieferanten oder Maschinen werden oft nicht ins HACCP-System übernommen.
Lösung: Jede Prozessänderung sofort analysieren und CCPs sowie Gefahrenanalyse anpassen.
Unzureichende Reaktion auf Abweichungen
Problem: Wenn Grenzwerte überschritten werden, wird oft nicht korrekt gehandelt.
Lösung: Klare Maßnahmenpläne erstellen: Abweichung dokumentieren, Produkt prüfen, Ursache beheben, Prozess anpassen.
Vernachlässigung der Lieferantenkontrolle
Problem: Externe Lieferanten können ein Risiko darstellen, werden aber oft nicht überprüft.
Lösung: Lieferanten regelmäßig auditieren, Zertifikate prüfen und bei Bedarf Proben analysieren.
Fehlende kontinuierliche Verbesserung
Problem: HACCP wird als starres System gesehen, nicht als Prozess der ständigen Optimierung.
Lösung: Regelmäßige Reviews, Feedback-Schleifen und Benchmarking mit anderen Betrieben einführen.
Quelle: Meldung Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands e.V. (BVLK) vom 10.03.2026