Die aktuellen HACCP-News
Apfelabfälle in Profit und Protein verwandeln
Jedes Jahr, wenn sich die Pressen drehen und der süße Duft von Apfelwein die Herbstluft erfüllt, werden mehr als 4 Millionen Tonnen Apfelnebenprodukte als Tierfutter, Kompost oder Deponieabfall entsorgt. Eine neue Studie von Cornell bietet Apfelschalen, Kernen, Kerngehäuse und Fruchtfleisch jedoch ein anderes Ende.
Die Deutsche Umwelthilfe fordert Einwegabgabe
Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) nimmt die aktuell veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) zu Getränkeverpackungen zum Anlass, erneut eine Einwegabgabe zu fordern. Laut den Daten des UBA verharrt die Mehrwegquote seit 2016 bei rund 43 Prozent und ist damit weit entfernt vom im Verpackungsgesetz festgelegten Ziel von 70 Prozent. Einweg-Plastikflaschen bleiben mit einem Marktanteil von 46,5 Prozent die dominierende Verpackungsform. Besonders deutlich ist der Zuwachs bei Getränkedosen, deren Verbrauch 2023 um 4,4 Prozent auf 6 Milliarden Stück angestiegen ist und damit erstmals seit 2003 wieder das Niveau vor Einführung des Einweg-Pfands erreichte.
Küchenutensilien aus Metall: Gehen Stoffe ins Essen über?
In vielen Küchen kommen unbeschichtete und emaillierte Metallgegenstände wie Töpfe, Pfannen und Besteck täglich mit Lebensmitteln in Kontakt. Dabei können kleine Mengen an Elementen aus den Materialien in Lebensmittel übergehen und so vom Menschen aufgenommen werden.
Wiederholt Anzeichen für Betrug bei Baklava
Pistazien, Walnüsse oder Mandeln sind die charakteristischen Zutaten von Baklava, einem Blätterteiggebäck, das in Honig oder Zuckersirup eingelegt ist. Da besonders Pistazien vergleichsweise teuer sind, kann durch die Verwendung anderer Nüsse bei der Produktion viel Geld gespart werden.
Trendbericht: Lebensmittelchemie
Die „Blauen Blätter“, das Nachrichtenmagazin der Gesellschaft Deutscher Chemiker, veröffentlicht regelmäßig Trendberichte ihrer Fachgesellschaften. Im Septemberheft 2025 stand die Lebensmittelchemie im Mittelpunkt. In vier kurzen Beiträgen wurden die Themen vorgestellt.
Auf der Suche nach der perfekten Himbeere
Forscher der Universität Cranfield haben kürzlich eine neue Methode zur Veränderung der DNA von Himbeeren veröffentlicht, mit dem Ziel, eine nachhaltigere Himbeerproduktion und weniger Lebensmittelabfälle zu erreichen. Die neue Studie beschreibt eine neuartige Methode zur Isolierung einzelner Zellen (Protoplasten) aus dem Blattgewebe von Himbeer-Mikropflanzen, die in steriler Gewebekultur gezüchtet wurden. Die Protoplasten wurden dann mit CRISPR-Cas9 gentechnisch verändert, einer revolutionären Biotechnologie, die so programmiert werden kann, dass sie auf jede beliebige Region des Genoms abzielt und Änderungen an der DNA vornimmt. Diese Studie ist das erste Mal, dass das CRISPR-Gen-Editing bei der Roten Himbeere (Rubus idaeus) in einer von Fachleuten begutachteten Veröffentlichung validiert wurde.
Frankreich: Zur Überwachung von Aromen
Im September 2025 veröffentlichte die französische Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) die Ergebnisse einer Untersuchung zur Kennzeichnung und Zusammensetzung von Aromen und aromatisierten Lebensmitteln aus dem Jahr 2023.
DGE: Anpassungen bei Jod und Vitamin E
Mit der ersten Ausgabe der dritten Auflage der Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr wurden die Werte für die Zufuhr von Vitamin E und Jod komplett überarbeitet.
BfR-Verbrauchermonitor: Rohmilch beunruhigt eher wenige
Rohmilch (unbehandelte Milch) erfreut sich einer gewissen Beliebtheit, birgt jedoch gesundheitliche Risiken. Um eine Lebensmittelinfektion zu vermeiden, sollte sie vor dem Trinken abgekocht werden. Aber wie gut ist Rohmilch eigentlich in der Bevölkerung bekannt – und wie wird ihr gesundheitliches Risiko eingeschätzt?
CBD-Zulassung: Food Standards Agency - UK ruft zur Kommentierung auf
Das Vereinigte Königreich Großbritannien setzt seinen Sonderweg zur Zulassung von Cannabidiol (CBD) in Lebensmitteln fort. Von 28.08.2025 bis 20.11.2025 können Organisationen und andere Interessierte über die Seite der FSA (UK) ihre Kommentare zum geplanten Gesetzgebungspaket abgeben.
Viel Regen im Jahr 2024 – erhöhte Mykotoxinbelastung von Mehlen aus heimischem Getreide?
Die Witterungsverhältnisse gerade im ersten Halbjahr 2024 waren durch häufigen und starken Regen geprägt. Dies hat nicht nur einen Einfluss auf Ernteertrag und Qualität des Getreides. Auch war eine verstärkte Belastung mit Mykotoxinen zu befürchten.
Rückstände pharmakologisch wirksamer Stoffe – Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 2024
Der Einsatz von Tierarzneimitteln bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, kann zu Rückständen pharmakologisch aktiver Substanzen in Lebensmitteln tierischer Herkunft führen.
Neue BfR-Stellungnahme zu Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat am 03.09.2025 eine Stellungnahme zur Einnahme hochdosierter Vitamin-D-Präparate veröffentlicht. Anlass ist das wachsende Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln, die besonders hohe Einzeldosen („Bolusdosen“) enthalten und in Abständen von mehreren Tagen bis Wochen eingenommen werden sollen. Teilweise sind diese Produkte zusätzlich mit Vitamin K2 kombiniert.
Sind Ernährungsempfehlungen über KI belastbar?
Bei der Bereitstellung von Ernährungsempfehlungen spielen KI-Anwendungen wie ChatGPT und Gemini für Verbraucherinnen und Verbraucher eine zunehmend wichtige Rolle. Insbesondere bei vulnerablen Zielgruppen wie Schwangeren bedarf es jedoch einer sorgfältigen Prüfung der Ergebnisse.
Neue genomische Techniken (NGT) – EFSA-Update
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat auf Ersuchen der Europäischen Kommission mehrere wissenschaftliche Stellungnahmen zu Pflanzen abgegeben, die durch bestimmte neue genomische Techniken (NGTs) gewonnen wurden. Zudem haben die Wissenschaftler unabhängig neue Erkenntnisse aus ihrer Arbeit mit betreffenden Organismen ausgewertet. Die wissenschaftlichen Stellungnahmen enthalten Überlegungen zu den potenziellen Risiken im Zusammenhang mit NGTs im Vergleich zu konventionellen Züchtungstechniken und etablierten genomischen Techniken (EGTs) sowie zur Anwendbarkeit bestehender Leitlinien für die Risikobewertung von durch NGTs gewonnenen Pflanzen und deren Erzeugnissen.
BUND wertet Behördendaten zu PFAS aus
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlicht heute die Ergebnisse seines PFAS-Checks in Lebensmitteln. Dafür hat der BUND Daten der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) systematisch ausgewertet und im Frühjahr 2025 22 Hühnereierstichproben auf Ewigkeits-Chemikalien getestet. Das Ergebnis: Vor allem tierische Produkte können häufig mit den Ewigkeits-Chemikalien belastet sein.
Positive Stimmung nach morgendlichem Kaffee
Menschen, die regelmäßig Koffein konsumieren, sind nach einer Tasse Kaffee meist in besserer Stimmung – besonders am Morgen. Das belegt eine neue Studie von Forschenden der Universität Bielefeld und der britischen University of Warwick, die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde.
Ein Stollen für unterwegs?
Die Einstufung von Verpackungen im Rahmen des Einwegkunststofffondsgesetzes (EWKFondsG) führt immer wieder zu überraschenden, wenn auch für die Praxis wenig amüsanten Stellungnahmen und Ergebnissen. In einem Fall aus August 2025 hat die Einwegkunststoffkommission des Umweltbundesamtes (UBA) zunächst empfohlen, die Verpackung eines Stollens mit einem Gewicht von 750 g nicht einer der Produktarten aus Anlage 1 des EWKFondsG zuzuordnen. Die Portionsgröße sei zu groß, als dass das Lebensmittel unmittelbar verzehrt werden könne.
Hundefutter im Test
Die Stiftung Warentest berichtet in ihrer August-Ausgabe 2025 über die Ergebnisse eines Vergleichs von Hundetrockenfutter. Getestet wurden 24 Alleinfutter, wobei nur jedes dritte Produkt als empfehlenswert eingestuft wurde. Zum Teil liegt das an den Werbeversprechen, die sich auf Selbstverständlichkeiten beziehen wie „mit ausgewählten Zutaten“ oder „ohne Wachstumshormone“.
Koffein kann die Wirksamkeit bestimmter Antibiotika schwächen
Bestandteile der täglichen Ernährung – darunter auch Koffein – können die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika beeinflussen. Das hat eine neue Studie eines Forscherteams der Universitäten Tübingen und Würzburg unter der Leitung von Professorin Ana Rita Brochado gezeigt.
Allergieauslösende Proteine in Gerste gemessen
Amylase/Trypsin-Inhibitoren (ATIs) sind Proteine, die im menschlichen Körper Immunreaktionen auslösen können. Bekannt sind sie vor allem aus Weizen, dort gelten sie als mögliche Auslöser der sogenannten Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität. Einem internationalen Forschungsteam um Katharina Scherf vom Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München ist es nun erstmals gelungen, diese Proteine auch in Gerste präzise zu messen. Die Ergebnisse könnten neue Wege für die Entwicklung besser verträglicher Lebensmittel eröffnen.
Tragische Fälle von Botulismus in Italien
In Italien sind drei Personen in Folge einer Botulismus-Vergiftung verstorben. Weitere Personen sind noch im Krankenhaus in Behandlung. Als Ursache gilt der mutmaßliche Verzehr von Stängelbrokkoli in Öl aus Glaskonserven. Der Brokkoli wurde in einem Food-Truck als Sandwichbelag verarbeitet bzw. bei einem Volksfest als Bestandteil einer Sauce verkauft.
EFSA gibt Empfehlungen zu gasförmigen Zusatzstoffen
Insgesamt sieben Gase sind als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen. Sie können nach dem quantum satis-Prinzip in allen Lebensmittelkategorien, einschließlich Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder verwendet werden. Wasserstoff wird als „Packaging gas“ (Schutzgas) und in der Härtung von Fetten verwendet, Sauerstoff v.a. als Treibgas und in der önologischen Praxis.
Aus für den veganen Speck?
Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, der die Verwendung bestimmter Bezeichnungen für pflanzliche Alternativen einschränken soll. Damit soll die Transparenz für die Verbraucher erhöht und die historische und kulturelle Bedeutung von Fleischerzeugnissen geschützt werden. Der Vorschlag im Rahmen einer Überarbeitung der Verordnung über die Gemeinsame Marktorganisation (EU) Nr. 1308/2013 kommt fünf Jahre nachdem das Europäische Parlament ein ähnliches Verbot abgelehnt und der Europäische Gerichtshof (EuGH) einen ähnlichen Vorschlag der französischen Regierung auf Ebene der Mitgliedstaaten untersagt hatte.